9 Gedanken zu „aktuell in Planung

  1. Mag. Roswitha Neu sagt:

    Größere Scheußlichkeiten in Summe, habe ich noch nicht gesehen. Ein Projekt fürchterlicher, wie das andere. Null acht fünfzehn Lösungen.
    -Die größte Sünde und Scheußlichkeit ist die Verbauung des Pfauengartens, ein Platz, der in der Sichtachse zum Park frei bleiben muss und der Platz neben dem Stadtarchiv muss wieder ein Garten werden, das jetzige Projekt ist keine städtebauliche Lösung. Ich würde mich genieren, so etwas hinzustellen.
    -Die Scheußlichkeit setzt sich in der Schubertstraße 77 fort, wurde doch dort schon in den 60 iger Jahren ein „ostdeutscher Plattenbau“ vis a vis hingebaut.
    -Wenn der Andreashoferplatz verbaut wird, ist dieser kein Platz mehr.
    -Jakominig-Grazbachstr. voluminösere geht es nicht mehr.

    Wer genehmigt so etwas? Die Baulandschaft wird von Projektentwicklern, Bauträgern, Abzockern dominiert, wenn diese früher das Sagen gehabt hätten, dann hätten wir unsere schönen alten Städte nicht bekommen, keine Touristen würden kommen. Heute herrscht Ideen- und Idenditätslosigkeit, Zerstörungswut, Grünraumraub, alles muss verbaut werden, auf Teufel komm heraus. Arm sind wir geworden.

    • Andreas Schaffer sagt:

      Nachdem ich mir die bereits abgeschlossen Bauprojekte durchgesehen habe frage ich mich folgendes.
      Bei diesen Bauvorhaben waren ja, so nehme ich an, durchwegs Architekten am Werk. Dieser Berufsstand sieht sich selbst, meiner Erfahrung nach, lieber als KünstlerInnen und Kreative als aus BaumeisterInnen. Nun habe ich mich gefragt was den der Unterschied zwischen „klassischen“ KünstlernInnen wie MalerInnen, MusikerInnen oder SchauspielernInnen zu ArchitektInnen sein könnte? Offensichtlich haben Menschen die Möglichkeit sich dem Einfluss klassischer KünstlerInnen zu entziehen. Indem sie Bilder nicht ansehen, Musik nicht hören und Aufführungen nicht ansehen müssen. Geht man jedoch jeden Tag seine gwohnten Wege so muss man sich zwangsläufig so manche Kunstwerke ansehen ob man nun will oder nicht. Jene die vor teilweise Jahrhunderten erbaut wurden entziehen sich hierbei der Verantwortung der heutigen Gesellschaft. Verantwortung, das ist ein Stichwort welches sich mir hier aufdrängt. ArchitektInnen und Baubeauftragte haben, meiner Meinung anch, eine sehr hohe Verantwortung ihre Vorhaben so zu gestalten, dass sie zumindest einem Großteil der Betrachter mehr oder weniger gefällt bzw. sich in die Umgebungsbedingungen möglichst gut einfügen. Denn sie spielen nicht in abgeschlossenen Räumen sondern in öffentlichen!

  2. Martin sagt:

    Noch schlimmer ist der Durchbruch der Stadtmauer!
    Nagl kündigte an, dass eine neue Verbindung zwischen dem östlich gelegenen Stadtpark und dem neuen Wohnareal geschaffen wird!
    Genau neben dieser umstrittenen Wohnanlage führt die Sauraugasse in den Stadtpark.
    Sagt da die Altstadtkommission nichts dazu oder besser dagegen?

  3. Die brutale Besetzung des Pfauengartens ist eine Katastrophe, die Umgestaltung des Andreas-Hofer-Platzes zu einer Straßenschlucht von globaler Austauschbarkeit beraubt Graz einer der letzten innerstädtischen Freiflächen und Sichtschneisen … beides die Spitzen von Eisbergen einer kalten Investitionswalze, wie sie auch sonst im Stadtbild immer ungehinderter drüberfahren darf. „Graz muss in Bewegung bleiben“ nennt das der Bürgermeister (selbst seinerzeit mit einem eher unklaren Investitionsprojekt in der Murvorstadt in Verbindung gebracht) und träumt von einer Seilbahn entlang der Mur. Die wird Graz nicht unverwechselbar machen. Mit Wehmut denke ich an Amtsvorgänger aus seiner Partei … Hasiba, der seinerzeit ähnlichen Zugriffen von Baulöwen Einhalt geboten hat, Edegger mit mehr als nur einer Grazer Stadtidee und vor allem großem Respekt vor irreversiblen Eingriffen … ich bin gespannt, wofür die aktuelle Generation unserer Stadtmachthaber in Erinnerung bleiben wird. Der Bürgermeister, der das „Forum Stadtpark“ wieder zum Kaffeehaus machte? Kulturhauptstadt schau oba …

  4. admin sagt:

    kurt hudabiunigg sagt:
    13. Juli 2013 um 15:59

    Wohnbedarf ist in Graz durchaus gegeben,aber nicht für die Preiskategorie wie sie in den unsäglichen innerstädtischen Neu-und Umbauten realisiert werden.Diese Wohnungen stehen bereits jetzt großteils leer, sind unverkäuflich bzw nicht rentabel vermietbar.Hier entsteht eine spanische Immobilienblase:Leerstand,Pleiten der Träger,oder versteckte Sozialisierung dieser Fehlinvestitionen über hohe Versicherungsgebühren und fehlende Bankzinsen.Der crash wird in 3-4 Jahren kapiert werden.Aber hin sind diese Betonbuden erst in hunderten Jahren.

  5. Karl-Heinz Posch sagt:

    Die Dachausbauten finde ich nicht so dramatisch – gefallen mir teilweise sogar. Verdichtung hat da auch was gutes – Leerstand sollte aber verhindert werden.

    Katastrophal daneben finde ich die geplante Bebauung am ehemaligen Pfauengarten. Im Prinzip ist es schön, wenn dieser Stadtraum endlich genutzt wird (jahrzehntelang war es ein Gratisparkplatz für Landesbeamte!). Das passt auch gut zur relativ neuen Autofreiheit des Karmeliterplatz – der Platz entwickelt sich rasant. Aber diese Gebäudepanzer kapseln sich ein – das wollen wohl die zukünftigen Bewohner die wohl schwerreich sein müssen, andere werden sich das kaum leisten können. Diese Bewohner wollen wohl ihre Ruhe haben und wenig mit dem „einfachen Volk“ am Platz zu tun haben – und auch der angrenzende Stadtpark soll a ruah geben – daher möglicherweise jetzt schon Konzertverbote an das Parkhaus im Stadtpark… wer weiß…

    Ist es überhaupt noch zu verhindern? Die Verbauung ist Resultat eines hochdotierten Architektur-Wettbewerbs – siehe http://www.pfauengarten.com. Die überdimensionierte Parkgarage hat mal die Optionen stark eingeschränkt UND macht eine weitere Verbauung sehr teuer… Der jetzige Zustand als Brache und als Parkgarageneinfahrt mit Autobahnraststätten-Qualität ist auch nicht gerade erbaulich…

    Der geniale Entwurf eines viel älteren Wettbewerbs in den 80-ern wurde ja leider in den 90-ern verhindert. Laut Korso http://korso.at/content/view/2147/130/ gibt es eine Studie zur alternativen Verwendung des Areals. Aber die Stadt wird sich schwer tun, „den Investor vor den Kopf zu stoßen“ UND viel Geld zur neuerlichen Ablöse des Grundstück in die Hand zu nehmen.

    Ich wünsche der Initiative Erfolg, aber auch Fokussierung auf realistische Ziele.

  6. HANL Katharina sagt:

    Das unverwechselbare Graz wird Tag für Tag abgebaut, Bürgereinwände werden nicht wahrgenommen, es gibt keine öffentliche Diskussion zum Verbauungsgeschehen.
    Die Interessen der Menschen zählen anscheinend nicht, sondern nur jene der Investoren und jene der Betonlobby. (siehe z.B. geplanter Pfauengarten, Schanzelwirt, Geidorf-Bauten, Dach von K&Ö, Sonnenfelsplatz, Zubau zur Uni u.v.a.).
    Wer kümmert sich heute von öffentlicher Seite wirklich noch um den historischen Wert der Stadt Graz?
    Die Lebensqualität hat leider sehr abgenommen, es verschwinden täglich Bäume und Gärten, ganze Häuserzeilen verfallen, die Luft wird immer schlechter, es gibt keine Plätze, wo sich Menschen frei von Konsum und Überwachung aufhalten können. Unzählige Häuser und Geschäfte stehen leer u.s.w. Besucher sind sehr erschrocken, wenn sie nach längerer Abwesebheit wieder kommen.
    Welche Zukunft „droht“ uns da?

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