Andreas Hofer Platz

 

Am 29.10.2013 schickte Herr Prof. Univ. Dr. Karl A. Kubinzky den folgenden Brief an Bürgermeister Nagl:

 Sehr geehrter Herr Bürgermeister!

Lieber Siegi!

 

Wir sprachen vor wenigen Monaten im Raiffeisenhof über den Andreas-Hofer-Platz und seine Zukunft. Du hast mich damals freundlicher Weise um Vorschläge über seine mögliche künftige Nutzung ersucht. Damals schien dies nicht besonders aktuell. Der Beitrag in der Kleinen-Zeitung vom 29. 10. 13 hat dies jedoch aus meiner Sicht verändert. Die dort wiedergegebene Abbildung des alten Projekts soll doch wohl anzeigen, dass sich im Großen und Ganzen nichts ändern wird. Soll das bedeuten, man muss nur über die Diskussion etwas Gras wachsen lassen, um dann sich mit seinem Projekt doch durchzusetzen ? Sozusagen eine schöpferische Pause, verbunden mit Finanzierungsproblemen?

Ich bin, trotz aller – zumindest teilweise berechtigten – Argumente gegen eine Auflassung einer zentralen Busstation in der Inneren Stadt. Dieser ist für die Arbeitspendler und die City-Konsumenten (also auch für die lokale Wirtschaft) wichtig. Allerdings nicht in Form einer Abschiebung als eine untaugliche Lösung zwischen der Tegetthoffbrücke und der Radetzkybrücke. Das ist nur eine irgendwie hinein geschobene Notlösung. Hier spreche ich nicht nur als Hauseigentümer am Marburgerkai auch im Namen meiner Mieter und des Oberlandesgerichts, und auch mit etlichen an anderer Stelle schon genannten Argumenten, die ich gerne bei Bedarf wiederhole.

Als Innenstadtbewohner, Altstadtfreund und Aktivbürger würde ich natürlich den Andreas-Hofer-Platz gerne weiter als, nun gestalteten, Platz frei von Verbauung sehen. Da dies möglicher Weise aus rechtlicher und finanzieller Sicht nicht möglich ist, muss es einen Plan B geben. Die „Aufwärmung“ des – aus welchen Grund auch immer – preisgekrönten Entwurfs sollte dies aber nicht sein. Ich erlaube mir die architektonische Qualität und die Art seiner Positionierung auf dem Platz massiv zu bezweifeln. Auch bemängle ich die Entwurfszeichnungen, die nicht der künftigen Realität entsprechen. Dies ist nicht nur meine Meinung, sondern die eines hochqualifizierten Raumplaners und Architekten. Da ein großer Teil des gegenständlichen Platzes im Eigentum der Stadtgemeinde steht, sollte es Aufgabe der Gemeinde und ihrer Vertreter sein, hier für die Stadt und ihre Bewohner eine sinnvolle Lösung zu suchen. Diese kann nicht in einer Optimierung der Nutzungsflächen bestehen. Die überzogene Höhe des Entwurfs und seine Nähe zum architektonisch  wertvollen „Hochhauses“ (so wurde es genannt) der Graz-Holding, sind ein Anschlag auf die geschützte Altstadt. Der Blick über die Mur auf die Altstadt mit Schlossberg ist für die als Projekt stehende Lösung zu wichtig und sensibel.

Ich stehe gerne als Vertreter meiner Meinung und Argumente, die ich mit vielen Grazern teile, zu jeder Diskussion und Argumentation gerne zu Verfügung.

Mit herzlichen Grüßen