AKTUELLES

Bebauungspläne in Graz – der erste Schritt zum Ausverkauf der Stadt

Bebauungspläne werden fast ausschließlich aufgrund von Bauinteressen erstellt, wobei vor allem die Interessen von Investoren berücksichtigt werden und die inhaltliche Konzeption des Bebauungsplanes dominieren. Dabei werden freie Flächen wie Gärten und Innenhöfe zur Bebauung ausgewiesen, bestehende Gebäude in ihrem Volumen erheblich erweitert  – und das alles ohne eine Wohnbaubilanz auf Basis der realen Bevölkerungsentwicklung unter Berücksichtigung des Leerstands, und ohne Berücksichtigung der Klimarelevanz der Planungsabsichten. Denn was passiert tatsächlich, wenn ein Bebauungsplan in Kraft tritt: Der Wert jedes Grundstücks, dessen Bebauung erweitert bzw. erhöht wurde, steigt. Die erweiterten Bebauungsmöglichkeiten rufen Investoren auf den Plan, die dann – wie ja auch auf Plakatwänden angekündigt – bar und binnen 24 Stunden bereit sind, den Geldkoffer vor die Türe zu stellen.

So beginnt der Ausverkauf der Stadt!

Dem legendären „Pichlmaier“ droht die Abrissbirne

siehe der Grazer https://grazer.at/de/dYIsX7fD/neuer-bebauungsplan-dem-legendaeren-pichlmaier-die/

Nein zum Bebauungsplan St.Peter Ortszentrum!

Dieser Bebauungsplan zeigt symptomatisch für alle Bebauungspläne der Stadt auf, wie wenig sensibel mit der baulichen und teils historischen Substanz von Graz umgegangen wird; so werden historische Gebäude in der Altstadt Schutzzone für den Abbruch freigegeben (ohne die Stellungnahme der ASVK einzuholen), es werden Zu- und Anbauten an historischen Gebäuden vorgenommen, Gärten zur Bebauung freigegeben und über bestehende Gebäude Baugrenzlinien gezogen, die das Bauvolumen teils drastisch erhöhen. Solche Bebauungspläne zerstören nicht nur das baugeschichtliche Erbe von Graz, sie ignorieren grundsätzlich die Bedeutung von Nachhaltigkeit, die bei der Erhaltung der gebauten Umwelt eine wichtige Rolle spielt.

Offener Brief an alle Gemeinderät*innen und Vertreter*innen der Stadtregierung

Ein Paradigmenwechsel in der Stadtplanung ist gefordert

Die Klimakrise wird sich in Städten entscheiden

Wir müssen die Qualitäten (wieder)finden, wenn wir dem Klimawandel die Stirn bieten wollen, sagen die Stadtstrukturforscherin Angelika Psenner und der Urbanist Ian Benerjee von der TU Wien

Die Presse vom 21. August 2021

Unsere Arbeitspapiere

Mehr als 15.000 Wohnungen in der Pipeline

Überall in Graz wird gebaut, aber niemand scheint zu wissen was noch alles in Planung ist. So haben wir übers Internet recherchiert, welche Bauprojekte in Vorbereitung, in Planung oder in Bau sind. Das Ergebnis ist erschreckend und sicher nicht vollständig; man kann davon ausgehen, dass aufgerundet etwa noch weitere 15.000 Wohneinheiten in den nächsten 2- 3 Jahren gebaut werden!

..und wo früher an die 150 Einfamilienhäuser, Villen oder eingeschossige Vorstadthäuser gestanden sind oder Gärten, Innenhöfe und Grünflächen waren,  sind zurzeit an die 3.000 Wohnungen in Bau oder Planung! Also statt 150 Wohneinheiten nun an die 3.000 Wohneinheiten! Das nennt sich wundersame Vermehrung….

Eine aktuelle Übersicht über die Bevölkerungszahlen und den rasanten Zuwachs neu errichteter Wohnungen in Graz:

Seite ansehen

Seite ansehen

Seite ansehen

Unsere Vorschläge für Gesetzesänderungen im Bau- und Raumordnungsgesetz:





Die Grazer Baugeschichte – zu oft eine Geschichte der Zerstörung alter Häuser

Wir gratulieren dem Projekt Grazerbe zum 10-jährigen Jubiläum www.grazerbe.at

Nachdem bereits viele Grazer Baujuwele Opfer der Spitzhacke wurden, startete vor 10 Jahren das Projekt Grazerbe . Ziel war es, eine wichtige Lücke in der Dokumentation von Gebäuden zu füllen, da es bis dahin in der zweitgrößten Stadt Österreichs keine laufende Online-Dokumentation und Beschreibung der Bausubstanz gab. Neben der Bestandsaufnahme von erhaltenswerten Gebäuden sollte auch die Stadt Graz bei der vom Gemeinderat beschlossenen Erstellung eines „Schutz-Katasters“ unterstützt werden. www.grazerbe.at ist im Stil von Wikipedia, jeder kann sich als Benutzer anmelden und über das Eingabeformular Adressen eintragen und Fotos hochladen. Mittels eines Stadtplans können Veränderungen in der Stadt sichtbar gemacht und kommentiert werden. Dank zahlreicher freiwilliger Beteiligung konnten Geschichten der Gebäude gesammelt, aber auch die Entwicklung der Stadt sichtbar gemacht werden. Gerade bei Gebäuden, die nicht unter Schutz stehen, geschieht die Veränderung ganzer Viertel oft unbemerkt.

Es lohnt sich also, einen Blick darauf zu werfen!

Ein Stück Grazer Baugeschichte

https://blog.gemeinsam.jetzt/2018/06/03/graz-wiki/