WER WIR SIND

Wie sind eine zivilgesellschaftlich engagierte Gruppe von Grazern und Grazerinnen, die von keiner Partei oder Organisation unterstützt wird.

BürgerInnenbewegung gegen den fortschreitenden Identitätsverlust der Stadt.

In den letzten Jahren wird das Erscheinungsbild der Stadt immer häufiger durch überdimensionierte Bauvorhaben verunstaltet, bei denen fast ausschließlich private Gewinnmaximierung im Vordergrund steht und weniger die Menschen und ihr Wohnbedürfnis. Dieses Versagen in Politik und Verwaltung gefährdet die Qualität und Identität der Stadt. Auf der Grundlage des Stadtentwicklungskonzeptes, des räumlichen Leitbildes und des Flächenwidmungsplanes müssten Politik und Verwaltung längst städtebauliche und architektonische Qualität wie auch Maßstäblichkeit im Bauen sicherstellen.

Als Unesco Welterbe, City of Design und Stadt der Menschenrechte soll Graz sein historisches Erbe in und außerhalb der Altstadt in Würde erhalten und Neues mit hoher Qualität schaffen und einfügen. Eine qualitätsvolle Gestaltung des Lebensraumes schafft Wohlbefinden und Glück für BewohnerInnen und BesucherInnen.

Wir fordern daher:

  • Die Neufassung überzogener Baugesetze, die bislang einseitig die Investoren begünstigen und die Nachbarrechte reduzieren, den Wohnraum für viele BürgerInnen unerschwinglich teuer und das Erhalten von alten Gebäuden fast unmöglich machen.
  • Der Stadtraum verfügt über ausreichend Baulücken und nicht genutztes Bauland, wo sozial und ästhetisch verträglich gebaut werden kann.
    Der Nachverdichtung durch das Verbauen von Innenhöfen ist ebenso Einhalt zu gebieten, wie überdimensionierten Ausbauten von Dachgeschossen und überzogenen Investitionsprojekten.
  • Parkanlagen, Gärten und Vorgärten sind ebenso zu erhalten, wie das Stadtbild prägende Gebäude. Bausünden der Vergangenheit dürfen nicht Anlass dafür sein, historisch gewachsene Ensembles und Grünflächen vollständig zu opfern.
  • In Anbetracht des großen Investitionsdruckes, der auf Graz als (erfreulicherweise) wachsende Stadt lastet, sind klare Vorgaben von Seiten der Stadtplanung unabdingbar (Räumliches Leitbild, Bebauungspläne, Einhaltung der Bebauungsdichtebestimmungen, etc.). Der Entscheidungswillkür ist Einhalt zu gebieten.
  • Neufassung des Grazer Altstadterhaltungsgesetzes mit dem Ziel die Altstadtsachverständigenkommission fachlich wieder stärker auf die Maßnahmen der Altstadterhaltung zu verpflichten.

Unser Ziel ist eine nachhaltige Stadtentwicklung, die die Bedürfnisse ihrer BewohnerInnen in den Vordergrund stellt.  Diese Bedürfnisse sind qualitätsvoller und leistbarer Wohnraum, eine geordnete und bestandswahrende Nachverdichtung, öffentliche Grünflächen und belebte Plätze mit genügend Freiräumen und Aufenthaltsmöglichkeiten.

Unsere Forderungen  richten sich an die PolitikerInnen in Stadt und Land, die entsprechenden Gesetze auszuschöpfen und zukünftig (Baugesetz, Raumordnungsgesetz, Grazer Altstadterhaltungsgesetz)so auszustatten, dass die Interessen der Bürgerinnen und Bürger von Graz zur Erhaltung der Identität ihrer Stadt jedenfalls gewahrt werden können.

Wenn Sie die Anliegen der Initiative für ein unverwechselbares Graz unterstützen und über weitere Aktivitäten der Initiative informiert werden möchten, bitten wie Sie uns dies mitzuteilen! Desto mehr BürgerInnen sich dieser Bewegung anschließen desto eher werden wir gehört!

Unsere Proponent*innen

Branko Lenart, Fotokünstler

Mag. Christian Stenner, Öffentlichkeitsarbeiter und Pädagoge: Ich unterstütze die Initiative für ein unverwechselbares Graz, weil eine Stadt, die ihre Geschichte zerstört, sich ihre Zukunft verbaut

Mag.a Doris Pollet-Kammerlander, Soziologin und ehem. NAbg.:Ein unverwechselbares Graz ist mir wichtig, weil der Vielfalt in Kultur, im Gebauten und im täglichen Leben der Menschen Frei-Raum gegeben werden muss, und nicht Einzelinteressen geopfert werden soll.

Edith Temmel, Künstlerin

DI Eilfried Huth, Architekt Univ.Prof.i.R.

Dr.in Elisabeth List, Univ.Prof.i.R. der Philosophie

Dipl.Rest.in Erika Thümmel, FH Joanneum: weil die lebensqualität vieler bürgerInnen mehr zählen sollte, als das gewinninteresse einiger investoren. weil ein schönes umfeld wohlbefinden schafft.

Prof. Mag. Ernst-Christian Gerhold, evang. Superintendent i.R.:Ich unterstütze die Initiative für ein unverwechselbares Graz, weil ich es unerträglich finde, dass viele neue Bauwerke einen architektonischen Stil aufweisen, der der Umgebung nicht entspricht. Außerdem wird der Erhalt von schützenswertem Baubestand von den Behörden nicht genug gepflegt.

Ernst M. Binder, Autor und Regisseur

Eva Klepp-Afritsch, freischaffende Künstlerin und Aktivbürgerin: Ich bin für ein unverwechselbares Graz, weil ich meine Geburtsstadt liebe und ich möchte nicht, dass sie ihren Charakter verliert und austauschbar wird! Viele alte, wunderschöne Gebäude wurden abgerissen oder sind verfallen. Die neuen Gebäude sollten im Einklang mit dem historischen Stadtbild gebaut werden! Sie sollen eine lebenswerte Umwelt für Kinder und Familien, alte und junge Menschen sein!

DI Eva Mohringer, Mitarbeiterin des Bundesdenkmalamtes i.R.: ich unterstütze die initiative für ein unverwechselbares graz, weil ich hoffe, dass die für die gestaltung zuständigen personen und institutionen wie politiker, ämter, usw. dadurch unterstützt werden, ihre anstrengungen zu verstärken, sich nicht nur der wirtschaft und dem konsum zu unterwerfen, sondern zu überlegen, was notwendig ist, damit man eine stadt BEWOHNEN kann und zu überlegen, was notwendig ist, um eine stadt für bewohner und gäste attraktiv und lebendig zu machen.

Mag.a Evelyn Kaindl-Ranzinger, Ethnologin und GFin des Museumsvereins MUSIS

Franz Motschnig Yang, Künstler

Hofrat Dr. Fritz Bouvier, Landeskonservator i.R.: Ich unterstütze die Initiative für ein unverwechselbares Graz, weil Graz auf dem Wege ist, sein charakteristisches  Stadtbild und damit seine Identität Schritt für Schritt zu verlieren. Die maßstabslosen Aufstockungen,  die ständig zunehmende Bebauung von Grünflächen und Villengärten aufgrund überzogener Baudichte im Flächenwidmungsplan zerstören das Bild unserer Stadt und den Lebensraum kommender Generationen

Günter Eisenhut, ehemals remixx Galerie: Ich bin für ein unverwechselbares Graz, weil der Blick für das Ganze durch Klientelpolitik getrübt ist

DI Hans Kolb, Baustiftung

Dr. in Heidelinde Fell, Kunsthistorikerin: Ich unterstütze die Initiative für ein unverwechselbares Graz, weil ich nicht möchte, dass die Stadt durch unsensibel eingefügte Neubauten immer mehr ihr Gesicht und ihre Geschichte verliert.

Dr.in Helga Konrad, ehem. Frauenministerin: Ich unterstütze die Initiative für ein unverwechselbares Graz, weil es verstärkt auch wieder möglich sein soll, Kunst-Raum dort zu schaffen, wo die beständige Wiederkehr des Gleichen den Blick auf die Essenz jener Vorgänge gewöhnlich verstellt, die unseren Lebens-Raum bestimmen.

Mag. Heimo Kaindl, Kunsthistoriker und Leiter des Diözesanmuseums

Dr. Heiner Hierzegger, Architekt Univ.Prof.i.R.: Ich unterstütze die Initiative unverwechselbares Graz da ungesteuertes Wachstum zu Missbildungen und Zerstörung führt. Dazu noch ein Satz von Giuseppe Tomasi di Lampedusa: Wer will, dass alles bleibt, muss alles ändern.

DI Heinz Rosmann, ehem. Stadtplaner: Ein unverwechselbares Graz ist mir wichtig, weil viele gebaute und geplante Projekte eine Haltung erkennen lassen, die offenbar den singulär erzielbaren Profit im Vordergrund haben, Werte der Umgebung und Bedürfnisse der Bewohnerschaft kaum Beachtung finden und sich die politisch Verantwortlichen diesen wichtigen Fragen nicht im ausreichenden Maß in der Öffentlichkeit stellen.

DI Heinz Wondra, Architekt

Herms Fritz, Grafikdesigner

Karin Steffen, Bürgerinitiative Ruckerlberg: Ich unterstütze die Initiative für ein unverwechselbares Graz, weil Graz einmalig ist. Einmalig ist Graz durch die harmonische Kontinuität unterschiedlicher Baustile – das darf von einer maßlosen „Moderne“ nicht zerstört werden.

Dr. Karl-Albrecht Kubinzky, Lokalhistoriker Univ.Prof.i.R. : Damit die gewünschte Wohn- und Lebenszufriedenheit entsteht, ist auch Qualität und Erkennbarkeit der Architektur notwendig. Wir wollen auf „unser Graz“ stolz sein. Viel der gegenwärtigen Baugestaltung und ihrer möglichen Zukunft behindert dies.

DI Klaus Gartler,  Architekt und ehem. Stadtrat

Lothar Lässer, Musiker: Ich bin für ein unverwechselbares Graz, weil wir nicht nur „City of Design“ sind. Graz ist mehr. Graz hat noch Platz für Menschen, es gibt noch genügend Grünflächen und Plätze für Menschen. STEK neu geht in eine falsche Richtung. Die vorhandenen Ressourcen müssen sensibler genutzt werden, Grünraum muss gesichert bleiben.  Die Bebauungsdichten müssen neu überdacht werden, sodass die Stadt lebenswert für alle bleibt.

Dr. Peter Gasser-Steiner, Univ. Prof.i.R.: Ich unterstütze die Initiative für ein unverwechselbares Graz, weil es gilt, die Bewohnbarkeit der Städte zurückzuerobern und die Stadtarchitektur nicht nur als Kulisse für Inszenierungen zu missbrauchen. Dazu bedarf es neben stadtökologisch guter Wohnbedingungen auch einer ästhetischen „Eigenlogik“, die in Graz erst einmal zum Thema gemacht werden muss.

Dipl.Dolm. Peter Laukhardt, Soko Altstadt

Riki  Erwa-Winter, ehemals Kuratorin des Kinder- und Jugendbuchfestivals bookolino: Ich unterstütze die Initiative für ein unverwechselbares Graz, weil die Falten, Ecken und Kanten einer Stadt von einer jahrhundertelangen Geschichte zeugen!

Sarah Andersson,  ehem. BI Castellhof

Sigrid Binder, Pflichtschullehrerin i.R.

DI Wolfgang Kapfhammer, Architekt ✝ : Die bauliche Verdichtung der Stadt Graz muss einem städtebaulichen Gesamtkonzept untergeordnet werden, damit der Organismus  bestehender Stadtregionen nicht von spekulativen Geschwüren  zerfressen wird. Für die Stadtpolitik sollte dieser Gestaltungswille oberstes Prinzip für eine Baugesinnung sein.